Begriffe rund um Gold und Silber verstehen

Die Begriffe rund um Gold und Silber können manchmal unklar oder schwer verständlich sein, insbesondere wenn Sie sich vor der Bewertung Ihrer Gold- und Silberstücke informieren möchten. Was bedeuten die Zahlen auf Gold und Silber? Und warum sprechen alle ständig von Karat? Was ist der Preis pro Feinunze oder der Marktpreis von Gold?

In diesem Artikel möchten wir Ihnen die gängigsten Begriffe erklären, auf die Sie stoßen können, wenn Sie sich mit den Materialien und dem Wert Ihrer Gold- und Silberstücke beschäftigen.

Karat

Karat (kt) gibt die Reinheit (den so genannten Feingehalt) von Gold an. Mit anderen Worten: Karat gibt an, wie viel des Gegenstands aus reinem Gold besteht. Einige der gängigsten Karatwerte bei Gold sind:

  • 24 kt = so rein wie Gold nur sein kann (99,9 %)
  • 18 kt = 75,0 % reines Gold
  • 14 kt = 58,5 % reines Gold
  • 8 kt = 33,3 % reines Gold

In Karat (kt) gibt man den Reinheitsgrad von Gold auf der Grundlage eines 24-Teile-Systems an. Mit anderen Worten: 24 Karat bedeutet, dass alle 24 Teile aus Gold bestehen, während 14 Karat bedeutet, dass 14 von 24 Teilen reines Gold sind.

Möglicherweise begegnen Sie auch dem Begriff metrisches Karat (Kt oder ct), was zu Verwirrung führen kann. Während Karat die Reinheit des Goldes angibt, bezieht sich metrisches Karat auf das Gewicht eines Diamanten (1 Kt/ct = 0,2 Gramm) und hat nichts mit Gold zu tun.

Stempel

Während der Reinheitsgrad von Gold sowohl in Karat als auch im Tausendstelsystem ausgedrückt werden kann, wird der Reinheitsgrad von Silber durch eine dreistellige Zahl angegeben, die auf der Rückseite eines Schmuckstücks eingeprägt ist.

Der Stempel gibt den Reinheitsgrad des Materials in Tausendstel an:

  • 999 = so rein wie Silber nur sein kann (99,9 %)
  • 925 = 92,5 % Silber, auch als Sterlingsilber bezeichnet
  • 800 = 80,0 % Silber (häufig bei älteren Silberstücken).

Warum wird 925 als Sterlingsilber bezeichnet? Sterlingsilber ist nach dem Standard aus dem 12. Jahrhundert benannt, der eine Reinheit von 92,5 % für die Verwendung in Schmuck, Besteck und Haushaltsgegenständen vorschrieb. Bis heute ist dies eine gängige Reinheitsangabe bei Silber. Reines Silber ist als Material sehr weich und zerbrechlich und wird selten für andere Zwecke als Sammlerstücke oder Anlageobjekte verwendet.

Die Reinheit von Gold wird umgangssprachlich oft in Karat angegeben. Auf dem Schmuckstück selbst wird sie jedoch mit einem ähnlichen Tausendstelsystem wie bei Silber gekennzeichnet. Es ist daher wichtig zu verstehen, welche Tausendstelmarke welchem Karat entspricht. Einige der gängigsten Kennzeichnungen für Gold sind:

  • 999 = 99,9 % reines Gold (24 kt)
  • 750 = 75,0 % reines Gold (18 kt)
  • 585 = 58,5 % reines Gold (14 kt)
  • 333 = 33,3 % reines Gold (8 kt).

Außer den Reinheits- oder Feingehaltsstempeln können Gold- und Silberstücke mehrere weitere Stempel aufweisen, die Aufschluss über die Geschichte des Gegenstands geben. So kann es beispielsweise eine Herstellermarke, eine Jahresmarke oder eine Ortsmarke geben. Diese Stempel liefern zwar Informationen darüber, wann und wo der Gegenstand hergestellt wurde, sagen jedoch nichts über den Wert des Metalls aus.

Ein weiterer wichtiger Begriff, den Sie kennen und verstehen sollten, ist die Punze, manchmal auch als vollständige Punzierung bezeichnet. Eine vollständige Punzierung liegt vor, wenn der Gegenstand mit einer Feingehaltspunze, einer Erzeugerpunze und einer Amtspunze der offiziellen Prüfstelle (heute Zollamt Wien) versehen ist. Nach dem Punzierungsgesetz müssen in Österreich Gegenstände aus Gold oder Goldlegierungen mit einem Mindestfeingehalt von 585 Tausendstel sowie Gegenstände aus Silber oder Silberlegierungen mit einem Mindestfeingehalt von 800 Tausendstel nach ihrer Erzeugung bzw. unverzüglich nach ihrem Verbringen ins Bundesgebiet geprüft und punziert werden. Schmuck aus Goldlegierungen unter 585 Tausendstel dürfen in Österreich nicht als Goldschmuck verkauft werden. Dennoch findet sich auf solchen Schmuckstücken oft Stempelungen.

Trotz all der verschiedenen Marken, die ein Gegenstand aufweisen kann, wird der Wert des Materials anhand dieser drei Merkmale bestimmt: Feingehalt + Gewicht + Marktpreis.

Marktpreis oder Preis pro Feinunze

Der Marktpreis ist der weltweite Preis in Echtzeit, zu dem Gold oder Silber auf dem internationalen Markt gehandelt wird. Er dient weltweit als Basisreferenzpreis für Gold. Die Weltwirtschaft, die Inflation, Währungsschwankungen und die Nachfrage von Anlegern beeinflussen den Marktpreis, der sich täglich ändert.

Der Marktpreis wird manchmal auch als Preis pro Feinunze bezeichnet. Eine Unze entspricht etwa 31,1 Gramm; wenn also der Preis pro Feinunze 3.000 US-Dollar beträgt, bedeutet dies, dass 31,1 Gramm Gold mit einem Feingehalt von 999/1000 einen Wert von 3.000 US-Dollar oder etwa 2.580 Euro haben.

Was bedeutet „rhodiniert“?

Insbesondere Weißgold wird häufig mit Rhodium beschichtet, um die Oberfläche zu verstärken und sie vor Kratzern und Anlaufen zu schützen. Rhodium ist ein Edelmetall, das nicht nur vor Anlaufen schützt, sondern der Oberfläche auch einen besonderen Glanz verleiht.

Rhodium verändert die Farbe und den Glanz des Metalls, hat jedoch keinen Einfluss auf dessen Wert. Zudem hat die Tatsache, dass sich die Rhodiumbeschichtung mit der Zeit abnutzen und das Weißgoldstück gelblicher erscheinen lassen kann, keinen Einfluss auf den Goldpreis. Der Wert und Preis von Gold hängen stets von der Reinheit und dem Gewicht des Gegenstands ab, nicht von dessen Zustand oder Farbe.

Schrottwert

Der Schrottwert für Gold und Silber ist der Wert des Metalls im geschmolzenen Zustand und nicht der Wert, der auf Design, Marke oder Wiederverkaufswert basiert. Der Schrottwert setzt sich aus dem Gewicht des Gegenstands, der Reinheit des Materials und dem Marktpreis auf dem Weltmarkt zusammen. Der Zustand, das Alter oder das Design des Gegenstands haben keinen Einfluss auf den Schrottwert, da dieser ausschließlich davon abhängt, wie viel reines Gold oder Silber der Gegenstand enthält. Schrottwert ist lediglich ein anderer Begriff für den Wert des Metalls.

Goldgefüllt und vergoldet

Nicht alles, was goldfarben ist, ist auch echtes Gold. Ein goldgefüllter oder vergoldeter Gegenstand bedeutet, dass der Gegenstand einen Kern aus unedlem Metall hat und nur mit einer Goldschicht überzogen ist. Dadurch sieht er wie echtes Gold aus, auch wenn er keines ist. 

Goldgefüllten und vergoldeten Gegenständen fehlen oft jegliche Markierungen. Sie können jedoch manchmal Markierungen wie GP (Gold Plated), GEP (Gold Electroplated) oder GF (Gold Filled) aufweisen. Goldgefüllte Gegenstände haben eine viel stärkere Goldschicht als vergoldete Gegenstände und halten in der Regel viel länger, bevor sie anlaufen. Doch obgleich sie echtes Gold enthalten, ist dessen Menge so gering, dass sie beim Verkauf in der Regel keinen nennenswerten Mehrwert bringt.

Wenn Sie die Fachbegriffe verstehen, fällt der Verkauf leichter

Wenn es um Gold und Silber geht, mögen viele der verwendeten Begriffe für den Konsumenten unklar oder zu technisch erscheinen. Letztendlich sagen sie Ihnen alle dasselbe: Wie viel des Gegenstands besteht aus einem Edelmetall und woraus setzt sich der Wert zusammen?

Wenn Sie die Fachbegriffe verstehen, wird es auch einfacher, den Wert des Schmucks und anderer Gegenstände, die Sie besitzen, zu verstehen und zu erkennen. Die kleinen Punzierungen, das Gewicht und die Reinheit tragen alle zum tatsächlichen Wert Ihres Goldes und Silbers bei.

Geliebte und viel getragene Stücke können fehlende oder abgeriebene Punzierungen aufweisen. Dies bietet den perfekten Anlass Ihre Gegenstände zu Gold Adam zu bringen, um eine kostenlose Schätzung ohne Verkaufsverpflichtung vornehmen zu lassen. Unsere Fachleute prüfen an Ort und Stelle die Reinheit und wiegen die Gegenstände für Sie. Sie erhalten sofort eine faire und klare Bewertung für alle Ihre Gegenstände. Sie können so wenige oder so viele Gegenstände mitbringen, wie Sie möchten, selbst wenn Sie sich hinsichtlich der Materialien unsicher sind.